Sonntag, 9. Februar 2014

{Ehemann vs. Liebhaber} Teil 1: Der Ehemann

Ihr kennt jetzt mein klitzekleines Dilemma, in dem ich stecke. Zeit ein bisschen ins Eingemachte zu gehen und damit ihr euch ein besseres Bild machen könnt, stelle ich euch die beiden Objekte meiner Begierde ein bisschen näher vor. 
Zum Einen hätten wir da den Ehemann, der ein ziemlich durchschnittliches Exemplar ist (was ich an dieser Stelle nicht böse meine, Durchschnittlichkeit an sich ist ja nichts negatives). Er ist so, wie die meisten Ehemänner 35plus wohl sind. Mit seinem Job ist er soweit zufrieden, obwohl da meiner Meinung nach noch einiges an Karrierepotenzial wäre, aber da ist er nicht mehr so engagiert. Hin und wieder hat er vor Sport zu treiben und belässt es dann beim Sport im TV gucken. Immerhin ohne Bier und Chips, dafür gönne ich mir dann Schokolade und Eis (und mache natürlich auch keinen Sport). Die ersten grauen Haare sind im Dreitagebart und im Haupthaar zu sehen, letzteres löst sich allerdings langsam auf und aufgrund genetischer Eigenschaften wird es sich wohl in den nächsten Jahren bis auf einen Haarkranz reduzieren. 
Der Ehemann ist eigentlich ein sehr pflegeleichtes Exemplar, der weder besonders bekocht werden möchte, noch besonders viel wert auf experimentellen Sex legt. Hin und wieder lässt er seine schmutzige Wäsche auf dem Boden liegen oder sammelt leere Toilettenpapierrollen im Bad. Er trinkt Kaffee, keinen Tee. Er raucht ab und zu, betrinkt sich aber nicht. Der Ehemann liebt Fleisch und hasst Fisch.
Ein Durchschnittsmann.


Trotz seiner Durchschnittlichkeit habe ich diesen Mann vor einigen Jahren geheiratet. Das war weder spontan, noch besonders lange überlegt. Es erschien schlicht und ergreifend als der richtige Zeitpunkt. Diese Art und Weise ist uns bis heute erhalten geblieben. Unsere Ehe ist weder besonders aufregend und spontan, noch ist sie wahnsinnig langweilig und spießig. Wir hatten einige aufregende Nächte inkl. Sex auf Motorhauben, im Schwimmbad und auch auf dem Küchentisch. Noch öfter haben wir allerdings den "normalen" ca. 15 minütigen Sex im Ehebett. Zuerst nahezu täglich, inzwischen ist auch gerne mal ein paar Wochen Flaute. Die aufregende Bekleidung ist bequemen Pyjamahosen gewichen und die schmutzigen Textnachrichten eher allgemeinen Informationen wie "Ich mache gleich Feierabend". 
Klingt alles langweilig? Ja, irgendwie schon. Trotzdem empfinde ich das nicht als Langeweile, denn es hat auch etwas ungemein beruhigendes beständiges. Ich kenne den Ehemann ziemlich genau und begebe mich nicht mehr auf unsicheres Terrain, ich muss meinen Bauch beim Sex nicht mehr einziehen und habe kein schlechtes Gewissen, wenn meine Beine im Winter mal etwas stoppeliger sind als im Sommer. Dem Ehemann geht es an diesem Punkt wohl genauso. Jedenfalls weiß ich nichts von einer generellen Unzufriedenheit. Und eigentlich ist es doch auch diese Sicherheit, die alle Pärchen anstreben, oder? Sich alles sagen zu können, sich zuhause wohl zu fühlen, zu wissen, was der andere mag und was vielleicht nicht. Dazu muss man schon so ein paar Tage gemeinsam verbracht haben. Vielleicht ist das auch letzten Endes die Basis, um eine wirklich lange Ehe führen zu können. Man gewöhnt sich aneinander und an das gemeinsame Leben und so verbringt man einen Tag nach dem anderen und ehe man sich versieht, sind einige Jahre um.
Würde ich meiner Großmutter davon erzählen, sie könnte mein Problem wohl gar nicht verstehen. Früher hat man geheiratet, weil man sich gegenseitig versorgen musste und konnte. Jeder hat dabei seinen Teil beigetragen und im besten Fall, hat man sich sogar gut verstanden. Wie heißt es noch so schön? "Wir sind in einer Zeit groß geworden, in der man kaputte Deine repariert und sie nicht weggeworfen hat."
Irgendwie ist da ja schon etwas Wahres dran. Sind wir alle zu verwöhnt? Wird uns die Liebe nur als etwas ganz wunderbares, phantastisches und aufregendes vorgegaukelt, damit wir uns danach sehnen und anfangen, eine ganze "Liebesindustrie" mit ihren falschen Versprechungen zu unterstützen? Das klingt jetzt nach einer großen Verschwörungstheorie, aber ist das so falsch? Sex sells…. und Liebe eben auch. Wenn alle Durchschnittsmenschen mit ihrem durchschnittlichen gemeinsamen Leben zufrieden wären, würden einige Bereiche der Wirtschaft zusammenbrechen. 
Partneragenturen muss ich immerhin nicht unterstützen, denn den Ehemann habe ich ja schon - und den Liebhaber dazu. Doppelt hält bekanntlich besser. Und was der Liebhaber so für ein Typ ist (der ist nämlich kein bisschen Durchschnitt!) erzähle ich euch beim nächsten Mal.

In Liebe A.

{lets talk about} LOVE

… ja, ja, die liebe Liebe. Das ist ja so eine Sache mit ihr. Je nachdem, ob man gerade glücklich verliebt oder unglücklich frustriert ist, wird sie ja ganz anders behandelt, die Liebe. Dabei kann die Ärmste ja gar nichts dafür. Irgendwie sind es ja wir, die das ganze Schlamassel anrichten oder uns in himmlische Höhen begeben, ohne daran zu denken uns mit Fallschirmen abzusichern.
Ich bin auch so ein Mädchen, dass immer voll und ganz liebt, ohne angezogene Handbremse oder Sicherheitsgurt. Ich bin da höchst emotional (und halte mich selbst für einen ganz passablen Kandidaten, um eines Tages als "manisch-depressive" Patientin auf der Couch zu liegen, ehrlich!). Und weil ich mir gerade nicht die nötigen Therapiestunden leisten kann, schreibe ich jetzt eben hier…. über alles, was so los ist in Sachen Liebe (und wenn tote Hose ist, dann auch darüber). Dabei bin ich eigentlich mit einem gewissen Grundstock an Liebe versorgt - ich bin nämlich verheiratet und man müsste doch meinen, dass diese romantische Sause nach dem "ja, ich will!" auch genauso schön vor sich hin plätschert. Um das mal ganz ehrlich zu beantworten: Nein! Das tut sie nicht! 
Ich bin eine Ehefrau und als solche kocht und putzt man, man besorgt die schönsten Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke für den Liebsten, man trifft sich mit Schwiegereltern und zieht ab und zu mal was aufregendes für den eher routinemäßigen Sex am Sonntag Abend nach dem Tatort an. Natürlich kann man versuchen da immer mal frischen Wind reinzubringen, so theoretisch…. wenn man nicht mit der Zeit genauso bequem werden würde, wie der Partner. Am Anfang war alles noch neu und aufregend (und das kennen wir ja wohl alle…. selbst mit neuen Schuhen ist es am Anfang immer ganz aufregend!), aber irgendwann pendelt sich das ein, wie eine sanfte Schaukel, die schön beständig und vorhersehbar hin und her schwingt. Und daran ist ja prinzipiell nichts falsches, immerhin schläft man in so einer Schaukel sicher und beruhigt ein.
ABER wenn dann quasi nebenan so ein Jahrmarkt ist, der aufregend blinkt und mit verlockender Musik für die Aufregenden Fahrgeschäfte wirbt, ja dann ist es eben doch schwierig lieb und brav in der Schaukel sitzen zu bleiben.
War das jetzt zu metaphorisch oder ist klar, dass ich eine Affäre damit meine?

Das ist nämlich das eigentliche Dilemma: Ich habe einen Mann und ich habe eine Affäre. 

Der Klassiker.

Und ich finde, dass es für so einen Klassiker ruhig mal einen anständigen Ratgeber geben sollte, immerhin dürfte das ja viele Frauen und Männer beschäftigen, oder? Aber außer einem "lassen Sie sich nicht erwischen und gestehen sie ihrem Partner die Affäre nicht, nur um ihr schlechtes Gewissen zu erleichtern" bieten die nun wirklich nichts. Dabei ist diese Situation schon ziemlich verzwickt, und wenn dann auch noch die Liebe dazwischen funkt, ja dann wird es richtig kompliziert. Denn wen liebe ich denn jetzt am Ende? Den Mann, dem ich das versprochen habe? Den Anderen, bei dem ich die Schmetterlinge noch fühle? Beide, weil ich ja auf keinen verzichten will? Oder keinen, weil ich beide ja irgendwie hintergehe? 

Genau diese Frage werde ich versuchen, hier zu lösen. Wäre ja gelacht, wenn sich da keine Lösung finden lässt…. 

In Liebe A.